Am 16.02.2009 waren wieder Neuwahlen des Vorstandes, dabei wurde wie folgt gewählt:
1. Vorsitzender: Jürgen Nölling
stellvertretender Vorsitzender Alexandra Senger
1. Geschäftsführerin Erdmute Birken-Wunderlich
2. Geschäftsführerin Renate Knudsen
Kassenwart Wolfgang Wunderlich
Sportwart Hans-Willi Weber
Jugendwartin Lara Wagner
Beauftragte für Freizeitreiten Annika Haber.
In den Jahren 2009 und 2010 richtete der Reit- und Fahrverein Erkrath das Kreisturnier mit großem Erfolg aus.
Im Januar 2010 wurde mit Hilfe von Nadja Benninghaus und Alexandra Senger seit langer Zeit wieder der Versuch gestartet, einen Casinoball auszurichten. Unter dem Namen "Gala du Chevalier" lebte diese schöne Tradition wieder auf. Trotz der Sorge, dass das Ganze nicht wie geplant ankommen könnte, wurde es ein sehr erfolgreicher Abend. Demzufolge wird die Gala auch im Jahr 2011 wieder ausgerichtet und findet noch mehr Zuspruch als im Jahr zuvor.
Bei der Jahreshauptversammlung am 24.01.2011 gab es einige Änderungen der belegten Positionen innerhalb des Vorstandes:
Alexandra Senger und Hans-Willi-Weber tauschten ihre Positionen, so dass Alexandra Senger nun Sportwart und Hans-Willi Weber 2. Vorsitzender ist.
Des weiteren wurde ein neuer Jugendwart gewählt: Svea Jönsson.
Da die Pressearbeit rund um unser Turnier und den Verein allgemein immer mehr wird, hat sich Nadja Benninghaus bereit erklärt, eine unterstützende Tätigkeit als freier Pressewart zu übernehmen und somit den Vorstand zu entlasten.
Im Jahre 2000 macht sich der Reit- und Fahrverein Erkrath an die Modernisierung seiner Satzungen, die Neufassung wird in der Jahreshauptversammlung vom 3.4.2000 angenommen und im Vereinsregister des Amtsgerichtes Mettmann am 12.10.2000 eingetragen. Der Vorstand besteht nun aus 8 Mitgliedern, die in der Jahreshauptversammlung vom 2.4.2001 wie folgt gewählt wurden:
1.Vorsitzender: Jürgen Nölling
stellvertretender Vorsitzender: Bernd Hucklenbroich
1. Geschäftsführerin: Erdmute Birken-Wunderlich
2. Geschäftsführerin: Renate Knudsen
Kassenwart: Wolfgang Wunderlich
Sportwart: Hans-Willi Weber
Jugendwartin: Alexandra Senger
Beauftragter für Freizeitreiten Andreas Biesewinkel.
Sportlich war 2000 für die Vereinsmitglieder sehr erfolgreich, die Kreisstandarte wurde zum dritten Mal verteidigt, und zwar von der Mannschaft Nadja Benninghaus, Silke Frings, Jeanette Probst und Lars Janssen. Nadja Benninghaus wurde auch noch Einzelkreismeisterin in der Kombination.
Das Frühjahr 2001 ließ uns in große Sorge um die Ausführung unseres Turniers kommen, es herrschte Maul- und Klauenseuche und alle Pferdetransporte waren verboten. Glücklicherweise konnten die Einschränkungen rechtzeitig wieder aufgehoben werden.
Beim Kreisturnier konnte die Kreisstandarte leider nicht wieder gewonnen werden, dafür siegte aber die Mannschaft im L-Springen, bestehend aus Irina Staus, Nadja Benninghaus, Lars Janssen und Felix Buch.
Nachdem die Casinobälle der letzten Jahre viel zu wenig Zuspruch hatten, so dass Verluste entstanden, mussten wir leider in 2004 von dieser Tradition Abschied nehmen, nachdem auch Alternativkonzepte, die zum letzten Casinoball am 14.11.2003 im Schwarzwaldhaus umgesetzt wurden, nicht zogen.
Anfang 2005 standen wieder Vorstandswahlen an, die folgendes Ergebnis brachten:
1.Vorsitzender: Jürgen Nölling
stellvertretender Vorsitzender: Bernd Hucklenbroich>br>
1. Geschäftsführerin: Erdmute Birken-Wunderlich
2. Geschäftsführerin: Renate Knudsen
Kassenwart: Wolfgang Wunderlich
Sportwart: Hans-Willi Weber
Jugendwartin: Alexandra Senger
Beauftragte für Freizeitreiten Annika Haber.
Neben vielen Erfolgen der aktiven Mitglieder wurde Hans-Willi Weber 2004 Kreismeister Springen, Felix Buch wurde Vizemeister Springen bei den Rheinischen Meisterschaften und nahm an der Sportlerehrung in der Stadthalle Erkrath teil.
Nachdem im Jahr 2005 ein neues Konzept der Bewirtung auf dem Turnier Erfolg brachte, werden aktuell Ergänzungen des Leistungskataloges durch Einführung eines Grand Prix und Grand Prix-Kür bei dem vom 29.6. – 2.7.2006 stattfindenden Turnier ausgearbeitet.
Beim Casinoball 1989 werden Johannes Keens, Hubert Hahn, Aloys Gumpertz und Willi Strucksberg für 40 Jährige Mitgliedschaft im Verein geehrt. Im Juni kommt viel Prominenz, weil der Reit- und Fahrverein nun 40 Jahre alt ist. Es kommen: Nicole Uphoff, Norbert Koof, Willibert Mehlkopf und Klaus Balkenhol zum Kreisturnier. Claudia Kirchfeld siegt in der Einzelwertung der Kreisstandarte, Stefanie Korn wird Juniorenmeisterin im Springen, Timo Kaiser Kreismeister der jungen Reiter im Springen, Claudia Cabolet Kreismeisterin der Junioren in der Dressur. In der Düsseldorfer Philipshalle, wo versucht wird, einen Reitsport- Grand Prix zu etablieren, sorgt die Uhlenhofer Springquadrille für Unterhaltung. Gesprächsstoff bot auch der Casinoball 1990: Eine Rock'n' Roll-Gruppe mischte die Stimmung vor allem der Älteren gründlich und laut auf.
1992 verzeichnete der Verein das für ihn bislang erfolgreichste Kreisturnier. Annette Dietrich, Claudia Kirchfeld, Klaus Köhler, Dieter Peppekus wurden Kreismeister im Springen. Die Kreisstandarte ging an Annette Dietrich, Claudia Kirchfeld, Klaus Köhler und Timo Kaiser. Am 29. September findet eine große Feier zu Willy Beaupoils 60. Geburtstag mit der Beteiligung aller Nachbarn und tollen Darbietungen statt.
1995 entfällt das große jährliche Sommerturnier. Willy Beaupoil und die untere Landschaftsschutzbehörde liegen im Streit wegen Aufschüttungen an den Parkplätzen. 1996 gibt es dann das Turnier wieder, Höhepunkt ist ein großer Geländeritt. Der Streit zwischen den Behörden und Beaupoil wird heftiger - am Ende steht 1997 der Besitzerwechsel. Der Springreiter Hans-Willi Weber übernimmt den Uhlenhof, Beaupoil geht nach Sachsen-Anhalt. Weber, der zweiter Vorsitzender des Vereins wird, investiert erhebliche Summen in die Sanierung und Modernisierung des Uhlenhofs. Weiterhin werden bei der Vorstandswahl gewählt: Jürgen Nölling (1. Vorsitzender), Erdmute Birken (1. Geschäftsführerin), Monika Hagenbeck (2. Geschäftsführerin), Jochen Janssen (Sport- und Jugendwart), Wolfgang Wunderlich (Kassenwart) und Andreas Biesewinkel (Freizeitwart). Das Casino wird renoviert und neu eröffnet, zuvor hat es ein kleines Turnier der Kategorie C gegeben. 1998 findet der Casinoball zum ersten Mal seit 20 Jahren wieder im Schwarzwaldhaus statt. Bei der letzten Vorstandsänderung wird Bernd Hucklenbroich II. Geschäftsführer und Alexandra Senger und Gints Petersons übernehmen den Posten des Jugend- und Sportwarts. Wieder gibt es ein großes Kreisturnier, wobei die Erkrather Reiter - Alexandra Senger, Jana Probst, Nadja Benninghaus und Silke Frings - die Kreisstandarte erringen.
Da sind nun manche Begebenheiten erzählt worden, manche Namen genannt. Aber manches fehlt. Das ist kein böser Wille, sondern unvermeidlich, weil das menschliche Gedächtnis löchrig und die Archive lückenhaft sind.
Ein Verein, das sind alle, die in ihm mitmachen und nur durch ihre Mithilfe kann der Reit- und Fahrverein Erkrath, seit fünfzig Jahre bestehen. Ihnen allen, Genannten und Ungenannten, ist dieser Text in Dankbarkeit und Anerkennung gewidmet. Es bleibt zu hoffen, dass der Gemeinschaftssinn des Reit- und Fahrverein Erkrath auch im sechsten Jahrzehnt und darüber hinaus bestehen bleibt.
Der Casinoball, das wichtigste gesellschaftliche Ereignis im Vereinsleben, wird 1979 zum ersten Mal in der neu errichteten Erkrather Stadthalle veranstaltet. Otto Liethen und Dr. Heymann werden Ehrenvorsitzende.
1983 traut sich der Verein wieder an ein großes Projekt: Ein Turnier der Kategorie B mit 1200 Nennungen und 700 Pferden. Viele Helfer sind dabei, ein Grillfest, mit dem ihnen gedankt wird, findet Echo in den Zeitungen. Vereinsmitglied Willjo Klein wird in diesem Jahr Dressur-Europameister der Jungen Reiter mit der Mannschaft. Groß wird das Nikolausfest, 230 Tüten werden an Kinder verteilt. Im nächsten Jahr, 1984, wird Vereinsmitglied Heike Schmitz deutsche Juniorenmeisterin in der Dressur. Willjo Klein wird rheinischer Dressurmeister der Jungen Reiter. Neuer Rekord bei der Teilnehmerzahl der Herbstjagd. 80 Reiter satteln ihre Pferde. 1985 wird weiter gesiegt: Beim Kreisturnier auf dem Uhlenhof holen Annette Dietrich, Heidi Beaupoil, Thomas Töller und Astrid Nordhoff die Kreisstandarte
Weil vor 25 Jahren mit der Umwandlung des Uhlenhofs vom Bauernhof zum Reitzentrum begonnen wurde, gibt es 1986 ein Turnier der Kategorie A. Im Winter 1987 findet ein Wintersternritt zum Uhlenhof statt. Höhepunkt des Jahres 1988: Ein Turnier bis Klasse S.
Nach langer Suche wird in der Jahreshauptversammlung 1969 von Verhandlungen mit dem Uhlenhof über einen Pachtvertrag berichtet. Dieser Hof war seit Anfang der 60er Jahre von einem Bauernhof zu einem Reitsportzentrum umgewandelt worden. Im September ist dann alles unter Dach und Fach. Der Vertrag mit Willy Beaupoil, dem Eigentümer des Uhlenhofs, gilt ab Januar 1970 für 30 Jahre. Die Stallmiete für ein Pferd soll 250 Mark betragen. Auch sportlich geht es voran. Jochen Janssen, Jürgen Lindemann und Rolf Wionczek gewinnen die Kreisstandarte der Jungen Reiter. Beim Weihnachtsturnier des Uhlenhofs gewinnt Jochen Janssen ein Mächtigkeitsspringen.
Der Ortswechsel des Vereins bringt neue Aktivität. Auf dem Uhlenhof wird 1970 eine Reithalle errichtet. 100 Erkrather Reiterfreunde begleiten im März Springreiter Bernd Kuwertz zu einem Turnier in der Dortmunder Westfalenhalle. Im Vorstand gibt es einen Platzwechsel, Dr. Heymann wird erster, Otto Liethen zweiter Vorsitzender. Beim Landesturnier in Viersen-Dülken belegen Helga Spörkel, Willy Dormann und Gert Schalke Platz 4 der Mannschaftswertung, Michael Willems, Jochen Janssen und Heinz-Peter Winzen belegen Platz 5 der Jugendmannschaften. Es gibt eine Hilfsaktion für gelähmte Kinder, denen durch Ponyreiten geholfen werden soll.
Im Jahr darauf, Ende Januar 1971, schlägt das Schicksal zu. Es brennt auf dem Uhlenhof, sieben Pferde sterben. Die Ursache ist nicht geklärt. Als die Ställe neu gebaut werden, wird auch ein Casino errichtet, ein gemütlicher Treffpunkt für Pferdefreunde. Im Außengelände werden zwei Dressurplätze sowie ein Abreite- und ein Springplatz errichtet. Regelmäßig werden Reitstunden gegeben, den Unterricht erteilen Willy Beaupoil, Reitwart Resi Karl und Reitlehrer Horst Nauen. 1972 ist die neue Anlage fertig, sie wird mit einem großen Reiterfest eröffnet. Im Jahr darauf richtet der Verein das Kreisverbandsturnier aus.
1974 wird der Verein 25 Jahre alt. Beim Jubiläumsturnier erringen Olaf Dropmann, Katrin Weyer, Martina Winzen, Ekkehard Klomfaß die Kreisstandarte, bester Einzelreiter ist Rudi Witt. Großer Vorstandswechsel 1976, der auch den endgültigen gesellschaftlichen Wandel signalisiert: Hans Schneider, Gert Wessel, Helmut Menzel, Willy Beaupoil und Erdmute Birken übernehmen Verantwortung. Der Verein erhält seinen heutigen Namen: Reit- u. Fahrverein Erkrath e.V.". Unterbach kommt im Namen nicht mehr vor, denn nachdem Unterbach ein Teil von Düsseldorf geworden ist, hat sich dort im Stall von Herbert Wienert ein eigener Reit- und Fahrverein gebildet. Der Erkrather Verein mit dem verkürzten Namen greift nach höheren Ehren. Ein den Regeln entsprechendes internationales Turnier, der 1. CHI Erkrath, wird auf dem Uhlenhof ausgerichtet.
1977 folgt der zweite CHI Erkrath: Bekannte Reiter, so Hans Günter Winkler und Harry Boldt haben zugesagt, auch aus Nordamerika, Mexiko, Venezuela, England, den Niederlanden, Belgien, Frankreich kommt - insgesamt 1400 Starts sind zu bewältigen. Die Düsseldorfer Nachrichten geben eine eigene Turnierzeitung heraus. Der Aufwand ist enorm, der Zuspruch der Zuschauer kann ihn nicht decken. Nach der Euphorie des reiterlichen Großereignisses bleibt finanzielle Katerstimmung. 1978 wird der Vorstand in vielen Positionen neu besetzt: Heinz Winzen wird 1. Vorsitzender, Werner Lauppe 2. Vorsitzender, Ursula Naber wird Geschäftsführerin, Willy Beaupoil bleibt Sport- und Jugendwart, Jürgen Nölling wird Kassenwart und Otto Maus kümmert sich um die Freizeitreiter.
Zum zehnjährigen Bestehen plant der Verein ein großes Fest - und die Vorbereitungen belegen, dass die Organisatoren mit den Tücken solcher Festlichkeiten bestens vertraut sind. Vor allem der inoffizielle Teil machte Sorgen. "Man kann älteren Festteilnehmern nicht gut zumuten, nur tanzende Jungens und Mädels zu zeigen, man hat die gesellschaftliche Anstandspflicht, auch den Älteren etwas zu zeigen, was sie interessiert, aufheitert und angenehm unterhält. Deswegen: Mindestens nach jedem zweiten Tanz irgendeine allgemein interessierende und erfreuende Einlage zeigen bzw. geben." Ferner heißt es in dem leider nicht gezeichneten Unterhaltungs-Plan: "Die alte Anstandspflicht wird nur noch von wenigen beachtet und befolgt, stets bemüht zu sein, dass die zum Tanz eingeladenen Mädels auch wirklich zum Tanz aufgefordert werden. Und dies reihum.!!! ... Vorsitzender und Reitlehrer sind verpflichtet, während der ganzen Abendveranstaltung in dieser Hinsicht über die Jungens zu wachen und diese beiseite zu nehmen und ihnen gehörig den Marsch zu blasen, wenn sie die elementarsten Formen des Anstandes und der Höflichkeit nicht zu wahren wissen." Das Fest geht dann in Heselers "Hubertus" über die Bühne, ohne dass negative Beanstandungen der Nachwelt überliefert werden.
Der Verein etabliert sich. Ein Faltblatt - grüne Schrift auf weiß-gebrochenem Grund - weist auf die Möglichkeiten hin, die Kindern beim Reiten geboten werden. Angestrebt wird ein vereinseigener Stall. 1960 werden 33 aktive und 69 passiver Mitglieder gezählt. Im September gibt es wieder ein Kreisturnier unter der Autobahnbrücke. 1961 stirbt der erste Vorsitzende Edmund Forsthoff. Otto Liethen wird neuer Vorsitzender, zweiter Vorsitzender Dr. Hans Heymann, 1. Kassierer H. Spörkel, 2. Kassierer Hilde Keens, 1. Schriftführer Gertfrieder Liethen, 2. Schriftführer Karl Weyer, Bahnwart Willy Strucksberg, Zeug- und Hinderniswart Hubert Hahn jun., Jugendwart Ludwig Weyer. Der Verein wird umbenannt, das "ländlich" gestrichen, jetzt heißt es "Reit- und Fahrverein Erkrath und Unterbach e.V." Regelmäßig gibt es Turniere und Jagden. (Leider sind nur wenige dieser Aktivitäten dokumentiert). 1961 gibt es ein "Turnier um den Preis von Erkrath", der Verein feiert sein erfolgreichstes Jahr. 1963 wird Platzmangel spürbar, mit Haus Brück wird über die Nutzung von drei Feldern verhandelt. 1965 gerät der Casinoball (im Neandertaler Schwarzwaldhaus) in die Schlagzeilen der Rheinischen Post, weil das Kabarett mit den Parodisten Pochinger und Reich Riesen-Anklang fand. Überschrift: Casinoball war "eine Wucht".
Die Jahreshauptversammlung 1965 beschließt den Bau einer neuen Reitanlage und einer Reithalle. Der Vorsitzende Otto Liethen nennt das zwar ein "nahezu gigantisches Projekt", doch könne die Nähe der Großstadt Düsseldorf die Möglichkeiten des Erkrather Reitsports bedeutend erweitern. Geschäftsführer Gertfrieder Liethen beschreibt den Wandel: "Das Reiten, zunächst fast ausschließlich von der bäuerlichen Bevölkerung gepflegt, sei zum Volkssport geworden, habe weite Kreise erfasst. Der Reitunterricht habe beträchtlichen Aufschwung genommen. Reitlehrer Kuwertz unterrichte drei Riegen, eine allein besetzt von Damen." Der Verein zählt jetzt 69 aktive und 74 passive Mitglieder.
Mit deren Zahlungsmoral scheint es aber nicht in allen Fällen zum Besten bestellt gewesen zu sein. 1966 gibt es erst nach bezahltem Beitrag einen Stempel auf die Mitgliedskarte. Mit dem Ponyclub Düsseldorf-Eller wird ein Pony-Reitfest veranstaltet: Zelte dürfen zum Übernachten mitgebracht werden. 1968, der Verein hat jetzt 160 Mitglieder, rückt die Suche nach einer neuen Vereinsanlage in den Mittelpunkt der Aktivität des Vorstands. Dr. Heymann, Joachim Zech, Otto Liethen, Hans Spörkel und Jo Bähr suchen intensiv.
Am 4. März 1949 wird der "Ländliche Reit- und Fahrverein Erkrath-Unterbach" gegründet. Damit wird eine Tradition aus der Zeit vor 1933 wieder aufgenommen. In der Nazizeit waren alle nicht der NSDAP zugehörenden Organisationen nach und nach aus dem öffentlichen Leben verdrängt worden, so auch die mehr als 100 Reit- und Fahrvereine, die es damals gegeben hatte. Nach dem verlorenen Krieg wurden viele wieder gegründet - und der heutige Reit- und Fahrverein Erkrath e.V. gehörte mit zu den frühen N eugründungen. Über den Gründungszweck gibt es nur eine kurze Auskunft in einer Zeitungsnotiz vom Februar 1949, in der die Liebe zum Pferd und dessen zweckmäßige Fütterung, Pflege und Haltung betont werden. Ausführlicher wird der Vereinszweck zehn Jahre später, 1959 als alle wichtigen Gründer noch aktiv waren, beschrieben. In einem Vorschlag zur Gestaltung des zehnjährigen Stiftungsfestes heißt es: Sorge für und um die heranwachsende Jugend - Verantwortung um dieselbe. Schulung im Reiten, in der Wartung, Haltung und Pflege des Pferdes, dies alles dienend dem Berufsstand und täglichen Berufskampf. Ferner werden als Gründungszwecke genannt: Zusammenschluss von Gleichgesinnten, Sich-Kennenlernen, Freizeitgestaltung, Veranstaltung von Turnieren, um den gesunden Ehrgeiz bei " Jungens und Mädels" - so heißt es da - zu wecken. Auch die Veranstaltung von Reiter- und Turnierbällen wird genannt.
Blicken wir noch einmal auf einen Gründungszweck: "Wartung, Haltung und Pfleger der Pferde, dies alles dienend dem Berufsstand" heißt es da. Die Formulierung verweist schon wie der Vereinsname "Ländlicher Reit- und Fahrverein" darauf, dass Bauern bei der Gründung und im ersten Jahrzehnt des Vereins eine wichtige Rolle spielten.
Im ersten Jahr hatte der Verein 18 (heute beträgt die Mitgliederzahl 220) aktive Mitglieder: Gründungs-Vorsitzender war d er Landwirt Edmund Forsthoff, zweiter Vorsitzender der Landwirt Otto Liethen, 1. Kassierer war Gerhard Haumann, 1. Schriftführer Heinz Helmert. Zum erweiterten Vorstand gehörten die Landwirte Tillmann Keens, Hubert Hahn und Alois Gumpertz, Wilhelm Diering, Heinz Lingemann, Josef Löhers und Josef Solbach. Reitlehrer ist Herr von Gustet. Aus dem Jahr 1954 ist das Manuskript einer Nikolaus-Zeitung erhalten, in dem noch weitere dem Verein angehörende Landwirte genannt werden: von Hymmen, Stinshoff, Hils, Strucksberg. Die ländliche Prägung des Vereins wurde dadurch unterstrichen, dass auch ein Tierarzt und ein Förster Mitglieder waren.
Schon früh dachte man nicht nur an bäuerliche Reiter, sondern auch an Reit- Interessierte aus anderen Umfeldern. Beim ersten Turnier des erst einige Monate bestehenden Vereins am 9. und 10. Juli 1949 gab nicht nur einen Reiterfestzug, sondern auch eine "Große Sternfahrt der Radfahrer und Radfahrerinnen", nach der die schönsten "mit lebenden Blumen und frischem Grün" geschmückten Fahrräder prämiert wurden. Hauptsache war allerdings doch die Reiterei: Eine Dressurprüfung, Jagdspringen A und L, Wageneignungsprüfungen, Amazonen- und Glücksjagdspringen. Ein Fohlen wurde verlost. Die berittene Polizei und englische Reiterklubs wirkten mit - und der Erkrather Brieftaubenverein "Heimkehr". Ort des Geschehens war das Stadion Erkrath, das von der Zeitung schlicht "Gemeindesportplatz genannt wurde. Wer einen reservierten Platz haben wollte, musste schon drei Mark bezahlen (ohne Reservierung eine Mark, oder 1,50 DM). Das war viel Geld, kostete doch der Eintritt zum abendlichen großen Turnierball ebenfalls 1,50 DM).
Wenige Monate später gab es das nächste Groß-Ereignis im jungen Vereinsleben. Eine Herbstjagd mit 63 Teilnehmern vom Erkrather Marktplatz über Rathelbeck nach Unterbach. Abends "Gesellschaftsball (Eintritt eine Mark einschließlich Steuer). Und vermerkt war auf der Einladung auch, dass eine Parkwache vorhanden war.
Es ging aufwärts mit dem Ländlichen Reit- und Fahrverein. 1950 gab es den ersten Casinoball (im Erkrather Kaiserhof), wie der ehemalige Dreikönigsball der bäuerlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaft nun genannt wurde und so guten Zuspruch fand, dass er in der Einladung zwei Jahre später schon "traditioneller Casino-Ball" genannt wurde. Seinen Ursprung findet der Casinoball im Jahr 1867, in dem das Landwirtschaftliche Casino als gesellschaftliches Ereignis gegründet wurde. Am 9. Juli 1951 meldeten die Düsseldorfer Nachrichten: "Das diesjährige 3. Reit- u. Fahrturnier des ländlichen Reit- und Fahrvereins Erkrath-Unterbach, das wiederum sehr gut besucht war, bewies die Angleichung des Leistungsstandes an die Vorkriegszeit."
Zwei Jahre später gab es die "Vereinsnachrichten Nr. 1", die nach einer Generalversammlung einige neue Vorstandsmitglieder melden: 2. Schriftführer Gertfrieder Liethen, Kassierer Hans Spörkel, Turnierfachmann Dr. Preis, Willi Stinshoff, Josef Solbach, Jugendwart Johannes Keens, Gerätewart Hubert Hahn jun., Bahnwart Willi Strucksberg jun. Toni Klomfaß von der Polizeireiterstaffel wird Reitlehrer. Vor allem aber melden die drei hellblauen Blätter ein vorläufiges Ende des Aufschwungs: "Infolge unserer augenblicklichen schlechten Kassensituation sah sich der Vorstand gezwungen, das für den 12. Juli 1953 für Erkrath vorgesehene Turnier ausfallen zu lassen." Für 1954 aber wurde ein Garantiefonds geschaffen.
Das Turnier fand dann wieder 1954 statt. Das ist einem Brief zu entnehmen, den eine der fleißigen Schreiberinnen verfasste, ohne die bis heute kein Turnier veranstaltet werden kann. Margret Adelskamp schreibt für ihre Kollegin Hein, ob es denn nach dem Turnier nicht ein kleines Entgelt, eine Schmutz-Zulage, fürs Protokoll-Schreiben geben würde, weil man beim Schreiben von Kopf bis Fuß (die Kleidung einbegriffen) total verdreckt worden sei. Außerdem hätten die Damen nicht nur Protokolle verfasst, sondern auch die Reportage für die Rheinische Post.
Zwei Jahre später bekommt der Sportplatz einen neuen Aschebelag. Der gilt für Pferde als "nicht ratsam", man schaut sich um nach einem anderen Turniergelände. Das wird dann an der Autobahnbrücke gefunden, mit Hilfe der Gemeinde Erkrath ausgebaut und mit einem Kreis-Turnier am 6. und 7. September 1958 eröffnet und wird im Fachmagazin St. Georg als mustergültig bezeichnet.
In einer Bilanz zum zehnjährigen Bestehen stellt der Vorstand fest, seit Gründung des Vereins seien sechs große Turniere organisiert worden, die bei Teilnehmern und Zuschauern großen Anklang gefunden hätten. Beklagt wird, dass die Zahl der Mitglieder nicht befriedigend sei und dass fördernde Mitglieder zu selten an Versammlungen und Veranstaltungen teilnähmen. Der Verein wird ins Vereinsregister eingetragen und Mitglied des Deutschen Sportbundes. Damit verbunden ist eine Unfall- und Haftpflichtversicherung für die aktiven Reiter. Der Jahresbeitrag für aktive Mitglieder beträgt 24 Mark, für fördernde Mitglieder mindestens zehn Mark.